Häufige Fragen zum Sportbootführerschein Allgemein

Bootsführerschein und Segelschein FAQ

Was ist ein Bootsschein bzw. Bootsführerschein?

Ein Bootsführerschein (amtl. Sportbootführerschein) ist immer dann notwendig, wenn man mit einem Sportboot fahren möchte, welches eine Antriebsleistung von über 5 bzw. 15 PS aufweist. Ein Sportboot ist ein Fahrzeug, das dem Freizeitvergnügen auf dem Wasser und zuweilen auch repräsentativen Zwecken dient und in der Regel nicht gewerblich genutzt wird. In der Regel werden Sportboote in weitere Kategorien unterteilt und zum Beispiel als Kleinfahrzeuge, Segelfahrzeuge/ Segelboote, Maschinenfahrzeuge/ Motorboote und Wassermotorräder/Jet-Ski bezeichnet.

Neben den Sportbooten gibt es auch die gewerblichen Schiffe (z.B. Fähren, Schlepper, Schubverbände und Fahrzeuge, die mehr als 12 Personen transportieren), welche nicht mit dem Sportbootführerschein gefahren werden dürfen und wiederum solche Fahrzeugarten/ Wasserfahrzeuge für die es keine Pflicht gibt, einen Bootschein zu machen. Dazu gehören unter anderem Rennruderboote, Trainingsruderboote, Kanus, Kajaks, Tretboote, Windsurfbretter, motorbetriebene Surfbretter, Wasserskooter und ähnliche Wasserfahrzeuge.

Welche Arten von Bootsführerscheinen gibt es?

Wenn man einen Bootsführerschein machen möchte, sollte man sich als erstes die Frage stellen: Wo möchte ich fahren?

Die Frage nach dem Fahrgebiet (wo) ist die wichtigste Frage, die man sich selbst stellen muss, da diese darüber entscheidet, welcher Bootsführerschein sinnvoll ist. Vielleicht ist man sich ganz sicher, dass man den Bootsschein nur für Kroatien/Spanien/Italien benötigt bzw. nur im Urlaub auf dem Meer fahren möchte… Aber vielleicht spielt man auch mit dem Gedanken ausserhalb der Ferienzeit mit einem Sportboot auf dem Rhein fahren zu wollen oder mal mit einem Hausboot die Mecklenburgische Seenplatte zu erkunden…

Möchte man das Revier „Meer & Küste“ (z.B. Mittelmeer, Ijsselmeer, Nord- und Ostsee) erkunden, benötigt man den Sportbootführerschein See.

Möchte man das Revier „Flüsse & Seen“ (z.B. Rhein, Mosel, holländische Kanäle & mecklenburgische Seenplatte) erkunden, benötigt man den Sportbootführerschein Binnen.

Sollte man beide Reviere befahren möchten oder sich die Möglichkeit offen halten wollen, empfehlen wir beide Bootsführerscheine zu absolvieren. (Oft wird hier von einem Kombi-Schein gesprochen, den es aber nicht gibt. Vielmehr ist auch mit dem Kombi-Schein gemeint, dass man den Sportbootführerschein für die Geltungsbereiche der See- & Binnenschifffahrtsstraßen ablegt.)

Neben der Frage des Fahrgebietes stellt sich natürlich auch die Frage „Was für ein Schiff/Boot möchte ich fahren“?.
Diese lässt sich meistens leichter beantworten, da in der Regel die Antwort auf Motorboote, Segelboote und Jet-Ski beschränkt ist.

Da es keinen Jet-Ski-Schein gibt, benötigt man auch zum Fahren von Jet-Ski den ganz normalen Bootschein, da Wassermotorräder über mehr als 15 PS verfügen. Somit stellt sich wie bei Motorbootfahrern „nur“ die Frage nach dem Fahrgebiet. Wenn man mit einer Segelyacht oder einer Segeljolle unterwegs sein möchte, kann man im Binnenbereich den Bootsführerschein Binnen Motor um den Segelteil ergänzen. Der Sportbootführerschein See kann nicht um einen Segelteil ergänzt werden, da es diesen nur unter Motor gibt.

Der SBF-See gilt jedoch sowohl für Motor- als auch für Segelboote.

Obwohl die praktische Prüfung nur mit einem Motorboot durchgeführt wird, erlaubt dieser Schein trotzdem auch das eigenverantwortliche Steuern eines Segelboots. Vercharter sind allerdings nicht begeistert davon, wenn man eine Segelyacht chartern möchte, ohne Vorerfahrungen auf einer Segelyacht nachweisen zu können… weswegen es einen Aufbauschein nach dem Sportbootführerschein See gibt, welcher einen ausgeprägten Praxisteil hat und noch einmal vertieftes theoretisches Wissen vermittelt – der Sportküstenschifferschein-. Dieser ist amtlich anerkannt und gerne von Vercharterern von Segelyachten gesehen.

Was kostet ein Bootsführerschein?

Die Kosten der Bootsführerscheine sind variabel vom gewünschten Schein und abhängig vom Fahrgebiet und dem Praxisaufwand. Da die meisten Bootsführerschein-Anwärter jedoch die Kombination aus dem Sportbootführerschein See und Binnen wählen, schauen wir uns den Kostenaufwand für die beiden Scheine etwas genauer an…

Die Kursgebühren betragen bei uns €450,-. In diesem Preis ist die theoretische und praktische Ausbildung enthalten. Sowohl für den SBF See als auch den SBF Binnen. Bei der Buchung der Kombination startet man zunächst mit dem Theorieseminar zum SBF See. Nach dem Seminar kann man sich dann einen passenden Prüfungstermin aussuchen und in den 2-3 Wochen vor dem gewünschten Prüfungstermin werden die Fahrstunden individuell mit uns vereinbart. Nach der bestandenen Prüfung des Sportbootführerscheines See wird ein weiter Kurstermin für den Bootschein Binnen vereinbart. Bei dem Seminar in unserer Bootsschule kann man auswählen, ob man nur an einer binnenspezifischen Ausbildung teilnehmen möchte oder auch Teilinhalte aus dem Seminar zum Sportbootführerschein See noch einmal wiederholt. Im Anschluss wird dann die theoretische Prüfung für den Bootsführerschein Binnen abgelegt. Eine praktische Prüfung ist durch den bestandenen Bootsschein See nicht mehr notwendig. Die Prüfungsgebühren betragen noch einmal ca. €200,- und sind an den Prüfungsausschuss am Prüfungstag zu entrichten. Weitere Kosten können durch den Erwerb von Lehrmaterial (variabel) und durch die ärztliche Untersuchung für Sportbootführerscheinanwärter anfallen.

Welche Inhalte bekommt man in Bootsschulen, Sportbootschulen und Segelschulen vermittelt?

In unserer Bootschule werden praktische und theoretische Inhalte vermittelt, die zum sichern Umgang mit dem Sportboot verhelfen. Dabei ist es uns wichtig, dass wir auch praktische Kenntnisse über den Unterrichts- & Prüfungsstoff hinaus lehren, damit im Bootsalltag (mit dem Motorboot oder der Segelyacht) ein entspannter Umgang herrscht, der Spaß und Freude bereitet.

Dafür haben wir in unserer Bootsschule eigene Sportboote, Motorboote und Segelboote, um viel Raum für praktische Lehrgänge zu bieten. Wir offerieren Trainings in verschiedenen Fahrgebieten wie zum Beispiel auf Mosel, Rhein, Mallorca, Holland oder in ihrem Wunschrevier. Da die Skippertrainings und Ausbildungen spezifische Schwerpunkte (wahlweise Hafenmanöver oder Sicherheitsmanöver) haben, empfehlen wir diese erst nach den Sportbootführerscheinen (Binnen oder See) zu absolvieren, da man dann bereits über die Grundkenntnisse verfügt und sich individuelleren Fragestellungen widmen kann.

In der „Basisausbildung“ zum Bootsführerschein See oder dem Bootschein Binnen werden in der Praxis die folgenden Manöver geübt:

Fahren nach Kompass

Bei der theoretischen Ausbildung zu den Bootsführerscheinen werden die folgenden Themengebiete besprochen:

Neben diesen Grundkenntnissen zum Führen eines Sportbootes wird in weiteren Seminaren auch weiteres Wissen zu spezifischen Themenstellungen vermittelt dabei reicht unser Portfolio von detaillierten Ausweichregeln übers Radarplotten bis hin zur Astronavigation. Oft werden diese Themen aber auch schon in den weiterführenden amtlich anerkannten Befähigungszeugnissen vermittelt.

So wird beim Sportküstenschifferschein (SKS) zum Beispiel ein Schwerpunkt auf die Navigation in Gezeitengewässern (Nordsee) gelegt. Die Kenntnisse der Gezeitenkunde sind wichtig für alle Sportboote unabhängig von der Antriebsart (Motorboote oder Segelboote), da stets die aktuellen Wasserstände zu ermitteln sind, insbesondere in Gezeitengewässern ( mit Hilfe der Gezeitentafeln ). Aber aufgepasst: Es kann erhebliche Abweichungen von den Angaben der Gezeitentafeln durch Wettereinflüsse geben ( z.B. Wind, sehr hohen oder sehr niedrigen Luftdruck ). Wind kann auch Strömungen hervorrufen, die zu den Gezeitenströmen hinzuzurechnen sind. Entsprechend können sich auch die zeitlichen Parameter verschieben. Wasserstandsschwankungen in gezeitenlosen Revieren können durch Stärke, Dauer und Richtung des Windes hervorgerufen werden. In Gezeitenstromatlanten, Seehandbüchern und in Seekarten mit Gezeitenstromtabellen sind die Informationen für Sportbootführerscheininhaber über Gezeitenströme gesammelt. Die intensive navigatorische Ausbildung beinhaltet auch das Arbeiten mit der Seekarte INT 1 (enthält alle Abkürzungen, die in der Seekarte vorkommen können) und der detaillierte Beschreibung der Betonnung und Befeuerung (Fahrwassertonnen (Lateralbetonnung) Kardinaltonnen, Fass-, Leucht-, Spierentonnen, Leuchtfeuer, Nenntragweite, Sichtweite,Tragweite, Leitfeuer, Richtfeuer und Warnsektoren).

Des Weiteren bilden wir nicht nur zu den Sportbootführerscheinen, sondern auch zu den Funkscheinen (Sprechfunkzeugnis UBI, SRC und LRC) aus. Ein Sprechfunkzeugnis ist verpflichtend, sobald in den Bootspapieren eine Funkanlage eingetragen ist. Sollte man also ein Boot chartern, auf dem eine Funkanlage vorhanden ist, ist das Sprechfunkzeugnis obligatorisch?Zudem ist es wünschens- und empfehlenswert ein Funkgerät an Bord des Sportbootes zu haben, damit man im Notfall Hilfe anfordern und auch im umgekehrten Fall Hilfe leisten kann. Dafür muss nicht immer ein Seenotfall vorliegen, sondern oft handelt es sich um „Kleinigkeiten“, vor denen man Andere warnen kann oder bei denen man selbst Hilfestellung benötigt. Beispiele dafür sind zum Beispiel Hindernisse (Baumstämme, Container, Müll) im Wasser, ein defekter Motor, ein Fischernetz in der Schraube oder die Kommunikation mit dem Hafenmeister, um eine sichere Ansteuerung des Hafens zu gewährleisten.

Unsere Bootsführerscheine auf einem Blick

Sportbootführerschein
Binnen Segeln/Motor
Sportbootführerschein Binnen Motor

Der amtliche Sportbootführerschein für Binnenschifffahrtsstraßen unter Segel & Motor.

Sportbootführerschein
Binnen Motor
Sportbootführerschein Binnen Motor

Amtlicher Sportbootführerschein für Binnenschifffahrtsstraßen (SBF Binnen Motor) zum Führen von Sportbooten.

Sportbootführerschein See
Sportbootführerscheine See

Amtlicher Sportbootführerschein für Seeschifffahrtsstraßen (SBF See) berechtigt das Führen von Sportbooten auf See.

Sportküstenschifferschein
Sportküstenschifferscheine

Kurz SKS - hierbei handelt es sich um einen amtlichen Befähigungsnachweis und gilt auf allen Küstengewässern aller Meere.

Sportseeschifferschein
Sportseeschifferschein

Amtlicher Sportseeschifferschein zum Führen von Segel- und Motoryachten in allen Küstengewässern bis 30 Seemeilen.

Sporthochseeschifferschein
Sporthochseeschifferschein

Amtlicher Sporthochseeschifferschein berechtigt zum Führen von Segel- und Motoryachten in der weltweiten Fahrt.



Sprechfunk Binnen (UBI)
Sprechfunkzeugnis
Sprechfunkzeugnis Binnen (UBI)

Termine & Buchung ab November 2020

Sprechfunk See (SRC)
Sprechfunkzeugnis
Sprechfunkzeugnis See SRC

Termine & Buchung ab November 2020

Sprechfunk-Kombi (UBI + SRC)
Sprechfunkzeugnis
Sprechfunkzeugnis UBI und SRC

Termine & Buchung ab November 2020

Sprechfunk See (LRC)
Sprechfunkzeugnis
Sprechfunkzeugnis See LRC

Termine & Buchung ab November 2020



Vielen Dank für die gute Vorbereitung auf die Prüfung. Dann kann es ja jetzt mit dem SKS weitergehen. Bester Gruß!

Sebastian Fröhlich aus Köln

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